Der Bodensee, romantische Stulpen und Annette von Droste-Hülshoff

Wir waren schon öfters am Bodensee – und öfters auch im schönen Meersburg. Es ist einfach ein wunderschöner Ort in einer wunderschönen Landschaft. Unsere gemietete Ferienwohnung liegt in der historischen Oberstadt in einem alten Schloß und ist klein, aber fein. So können wir alles zu Fuß machen bzw. mit den Rädern, die wir dabei haben.

Die alte Burg liegt nur 2 Minuten entfernt und wir haben sie ausgiebig besichtigt. Besonders weil hier Annette von Droste-Hülshoff ihre letzten Lebensjahre verbrachte und viele ihrer Gedichte hier entstanden.

Blick aus dem Burg-Zimmer der Droste

Besonders schön ist aber ihr “Fürstenhäusle”. Das ist ein kleines Haus im Weinberg, sehr persönlich, sehr feminin. Sie hatte leider nicht lange Freude daran – nur 2 Jahre konnte sie es genießen. Wohnen durfte sie dort nicht allein – das war nicht schicklich für ein adliges Fräulein. Aber zum Schreiben und Lesen und auf den Bodensee schauen war sie gern dort. Ein wunderbarer Ort.

Schlaf- und Sterbezimmer der Droste

Auf der Burg war sie zu Gast bei ihrer Schwester Jenny. Ihre Räume dort atmen noch ein bisschen ihren Geist. Ihre Aussicht war weit und doch dem Ort zugewandt.

Eine Schriftstellerin zu sein, die ihr eigenes Geld verdient, das war zu ihrer Zeit schon etwas Außergewöhnliches. Sie hat dafür auf viel persönliches Glück verzichtet und trotz Krankheiten und Widernisse ihr schriftstellerisches Werk in die Öffentlichkeit gebracht.

Eine sehr schöne Biografie hat Barbara Beuys geschrieben und ihr damit ein würdevolles und ehrliches Andenken gegeben. Wenn Sie nach Meersburg reisen, lesen Sie doch darin, dann wird Ihnen die Droste sehr nahe kommen.

Barbara Beuys: "Blamieren mag ich mich nicht."
Das Leben der Annette von Droste-Hülshoff , Insel Verlag 12,99 €

Hier noch eines ihrer berühmtesten Gedichte, das dort auch entstanden ist.

Am Turme
Ich steh’ auf hohem Balkone am Turm,
Umstrichen vom schreienden Stare,
Und lass’ gleich einer Mänade den Sturm
Mir wühlen im flatternden Haare;
O wilder Geselle, o toller Fant,
Ich möchte dich kräftig umschlingen,
Und, Sehne an Sehne, zwei Schritte vom Rand
Auf Tod und Leben dann ringen!
Und drunten seh’ ich am Strand, so frisch
Wie spielende Doggen, die Wellen
Sich tummeln rings mit Geklaff und Gezisch,
Und glänzende Flocken schnellen.
O, springen möcht’ ich hinein alsbald,
Recht in die tobende Meute,
Und jagen durch den korallenen Wald
Das Walroß, die lustige Beute!
Und drüben seh ich ein Wimpel wehn
So keck wie eine Standarte,
Seh auf und nieder den Kiel sich drehn
Von meiner luftigen Warte;
O, sitzen möcht’ ich im kämpfenden Schiff,
Das Steuerruder ergreifen,
Und zischend über das brandende Riff
Wie eine Seemöve streifen.
Wär’ ich ein Jäger auf freier Flur,
Ein Stück nur von einem Soldaten,
Wär’ ich ein Mann doch mindestens nur,
So würde der Himmel mir raten;
Nun muß ich sitzen so fein und klar,
Gleich einem artigen Kinde,
Und darf nur heimlich lösen mein Haar,
Und lassen es flattern im Winde!
Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848)

Haben Sie nun Lust auf ein wenig Romantik bekommen? Wir von da sempre hätten da etwas für Sie.

Stulpen – fast wie zu Zeiten der Droste – sind etwas Besonderes. Alle Modelle hier aus Samt und Seide sind von “Lieblingsstükke” by Martina Wodke, einer Designerin, die Romantik und Modernität in ihren Looks vereinbart.

Samtstulpen Pascale von Lieblingsstükke by Martina WodkeSamtstülpchen Piroschka von Lieblingsstükke by Martina WodkeSamtstulpen Blue Velvet von Lieblingsstükke by Martina Wodke

Seidenstulpen "Almfee" von Lieblingsstükke

Also, wie wäre es mal mit einer Reise an den Bodensee? Im Frühjahr oder im Herbst finden wir es am schönsten.

Sieglinde Graf, Juni 2017

(Alle Fotos von da sempre und privat)

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