Sommertage in Potsdam und Umgebung

Mit dem Rad ist es dort einfach wunderbar. An der Havel entlang zum Wannsee in die wunderschöne Sommervilla von Max Liebermann? In einer knappen Stunde ist man dort und kann die Gedanken mit den Wolken ziehen lassen an diesem friedlichen Ort. Blumen und Nutzgarten vereint in seltener Schönheit hinterm Haus. Freie Wiese mit Blick zum Wannsee und Heckengärten mit versteckten Sitzplätzen vorm Haus. Dass hier ein Maler und sein Architekt edle Schlichtheit und Ästhetik vereinbart haben, um einen friedlichen Sommertraum zu verwirklichen, sieht und spürt man.

Blumenbeete im Garten der Villa Liebermann

Villa von Max Liebermann am Wannsee

Nur einige Häuser weiter liegt die  monströse SS-Villa (ehemalige Villa Marlier) der sog. Wannseekonferenz, die Millionen jüdische Menschen wie Liebermann und seine Familie ins Unglück stürzen wird – welch ein brutaler Gegensatz!

An der Havel ging es für uns öfters entlang. Auch nach Caputh im Süden von Potsdam. Albert Einstein hatte dort ein bescheidenes Sommerhaus. Ganz anders als das von Liebermann. Holz und Einfachheit herrschen hier vor. Es gab zu seinen Zeiten eine wunderbare Aussicht auf den Templiner See, die ist verbaut inzwischen.

Aber es gibt noch das feine Schloss von Caputh, ein Kleinod in ländlicher Umgebung.

Wir haben im Schlosspark ausgeruht und genossen, dass trotz touristischer Hauptsaison nur wenige Besucher hier waren. Dann gings weiter zur Fähre. Wir lieben Fähren. Rauf mit dem Rad und dann einfach die kleine Wasserfahrt genießen. Auf der anderen Seite mit Schwung Richtung Potsdam zurück.

Mit dem Auto sind wir nach Rheinsberg gefahren. Ach Claire, ach Wölfchen… das Buch von Tucholsky hatten wir im Gepäck: Eine wundersame kleine Reise von zwei Verliebten aus dem Jahr 1912. Und immer noch wirksam. Der Ort, das Schloss, das Buch… etwas ganz Besonderes.

“Wir wollen uns Erinnerungen machen, die Funken sprühen”, so schrieb Tucholsky.

Schloss Rheinsberg - auch ein Stück Literaturgeschichte

Vom Wind zerzaust am See von Rheinsberg

Einen vergnügten Sommer-Abend in Potsdam verbrachte ich mit der Berliner Bloggerin Bärbel Ribbeck vom Ü 50 Blog. Ihren Blog hatte ich hier schon einmal vorgestellt. Sie ist eine sehr lebendige und unkonventionelle Frau über 50 mit einem außergewöhnlichen Blog. Es war richtig schön, sie mal persönlich kennenzulernen.

Potsdam ist ja ganz nah an Berlin, aber irgendwie auch ganz weit weg.

Das ist das Schöne daran.

Sieglinde Graf im Juli 2015

(alle Fotos privat)

P.S. Letztes Jahr waren wir auch schon einmal in Potsdam. Hier im Blog habe ich darüber berichtet unter Potsdamer Überraschungen.

Vielleicht mögen Sie da weiterlesen….

« zurück