Tendence

Eine Messe der Superlative und wie kommt ein kleiner Webshop wie da sempre damit zurecht?

Wieder einmal war ich auf einer Messe. Da ich Anfängerin und Gründerin bin, ist es nötig, sich am Markt umzusehen.

Die Frankfurter Herbstmesse, Tendence, ist die größte Konsumgütermesse der Welt:
über 3000 Aussteller, 75000 Besucher.
Das Angebot ist erschlagend, hoch interessant, ermüdend, inspirierend und umfassend.

Wie sich zurechtfinden in diesem Dschungel an Waren und Angeboten? Es gibt einfach unglaublich Hässliches, unglaublich Schönes, unglaublich Alles.

Mein Weg durch die Messe beginnt mit meinem Konzept im Kopf. Ich brauche schöne Dinge für Frauen und ich habe Ansprüche:
Gute Qualität, angemessener Preis, Herstellung am besten in Deutschland oder anderen europäischen Ländern, wenn möglich sogar von Frauen. Keine Billigware aus Asien unter schlechten Arbeitsbedingungen hergestellt.

Wenn ich mit diesen Gedanken durch die Hallen gehe, fallen sehr viele Stände schon mal offensichtlich von vornherein gleich ganz weg.
Anderen nähere ich mich und frage: wo und wie werden Ihre Produkte hergestellt?
Zu meiner Freude sagen einige StandbetreuerInnen gleich: Wir produzieren alles noch selbst. Entweder in Deutschland oder in dem Land, aus dem Firma jeweils kommt.
Nicht selten sind es sehr alte Firmen, die von den Inhabern selbst geleitet werden. Häufig sind es aber auch ganz junge Firmen, die von jungen Leuten neu aufgebaut werden. Sie haben Ideen und versuchen mit Knowhow und Materialien, die es in Ihrer Gegend gibt, etwas Modernes zu schaffen, das sich verkaufen lässt. Hochwertiger Filz aus Oberfranken von der jungen Firma Designerhimmel ist da ein Beispiel: für da sempre habe ich dort die sehr dekorativen Filzstängel (siehe im shop unter Textile Accessoires) erstanden.
Oder Schmuck: Rena Luxx produziert den Glas- und Kieselschmuck komplett im “Ländle“. Die naturbelassenen Kiesel werden am Mittelmeer selbst gesucht, die ganze Familie ist daran beteiligt. Später werden sie dann in der schwäbischen Heimat in Schmuck usw. umgesetzt.
(sieh im shop unter Halsketten)

Hier sind kleine Unternehmen in den jeweiligen Regionen zu Arbeitgebern geworden und haben damit dazu beigetragen, dass sich diese Regionen entwickeln können.
Solche Messeeinkäufe gefallen mir! Auch einige Hersteller aus Österreich oder Italien sind mir begegnet und sehr sympathisch gewesen. Ich möchte gern mit meinem shop etwas von der Kultur abbilden, die die Regionen um Donau, Alpen und Adria zu bieten haben.

Hierfür schlägt mein Herz, hier finde ich starke Traditionen, aber auch den Boden für Innovationen.Wenn eine sehr traditionelle Weberei aus Hall in Tirol ihr Angebot erweitert um Stoffe, die eine junge Designerin mit witzigen, weihnachtlichen Motiven entwirft, dann ist das ein Transfer in die Moderne, der gelungen ist. Die Handwerkskunst ist geblieben, der ästhetische Blick hat sich geweitet.
Ich bin noch am überlegen, ob ich so was nicht doch auch bei da sempre anbieten sollte …

Dann die kleinen Manufakturen … meist von Frauen geleitet. Stoff-Designerinnen, die sich einfach schöne textile Kleinigkeiten ausdenken. Stulpen mit Fellchen – wer braucht die wirklich?
Aber sie sind einfach zu schön! Oder Seidenblüten? Duftig ohne kitschig zu sein. Da kann ich mich nicht zurückhalten, so viel Schönheit muss durch meinen Messeeinkauf bei Frau Wienholdt belohnt werden. Und bei da sempre passt sowas doch einfach gut ins Programm!

Weiter in Richtung Wellness und Bio. Ja, auch das gibt es auf der Messe. Real in Angeboten für Massagen und Ruheorte, wo man sich aus dem Trubel mal zurückziehen kann.
Aber natürlich gibt es auch jede Menge Produkte dafür. Ich suche nach Bio- oder Naturkosmetik. Im Frühjahr werde ich diese mit ins Programm nehmen. Und es gibt sehr interessante Angebote aus Frankreich, Österreich und Italien. Als kleiner shop muss ich mich da gut entscheiden. Da reicht`s bei diesem Messebesuch erstmal, wenn ich mir Prospekte der Firmen mitnehme, nachdem ich alles begutachtet und beschnuppert habe.

Aus dem riesigen Angebot einen kleinen, passenden und qualifizierten Ausschnitt zu finden, das war mein Ziel. Mit einem guten Gefühl verlasse ich das riesige Messegelände.

Sieglinde Graf

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