Dänemark – Radeln, Kunst und Meer.

Dieses Jahr waren wir in Dänemark. Wir haben die Räder mitgenommen und sind in Kopenhagen und anderen Orten viel mit dem Rad gefahren.
Kopenhagen war unser erstes Ziel und wir sind gleich mittenrein mit dem Auto und den Rädern hinten drauf. Bei Städte-Urlauben nehmen wir immer ein Hotel in der City. Das hat sich bewährt, wenn man viel zu Fuß erkunden will oder eben die Räder dabei hat.
Dass diese Stadt viel Flair hat, ist ja inzwischen bekannt und dass es unzählige Museen gibt auch. Diese haben wir alle nicht besucht. Museen wollten wir andere aufsuchen in Nordseeland.
In Kopenhagen ging es uns um das Feeling in der Stadt. Familiär und royal gehts zu in der Innenstadt. Wir haben gleich bei Schloss Amalienborg gewohnt. Die Flagge über  dem Schloss (mit den 5 Kaminen) zeigte, dass die Königin anwesend ist. Ihre Garde jedenfalls nahm den Dienst sehr ernst und machte uns Touristen damit viel Vergnügen. Auch die königliche Jacht Dannebrog lag im Hafen, was nicht so oft vorkommt.


Wir waren aber auch zum Radfahren hier, denn wir wollten wissen, was Kopenhagen zur führenden Radstadt Europas gemacht hat. Rund 40 % der Einwohner radeln dort täglich ins Büro, zum Einkaufen, in die angesagten Lokale und zu den Foodmärkten, die natürlich besonders junge Leute anziehen. Statt Autos haben viele Firmen und junge Familien Lastenräder, die in großer Vielfalt unterwegs sind.
Die Stadt tut sehr viel für Radler und entwickelte daraus ein Stadtentwicklungskonzept der Zukunft:
Es gibt u.a. extra Radstraßen, extra Radampel-Spuren und extra Radbrücken, die auch noch dazu besonders stylisch designt sind (wie die Circlebroen auf dem Foto von Olafur Eliasson für Fußgänger und Radfahrer). Aber es gibt auch sehr enge Radwege in der Altstadt, das hat mich überrascht. Hier sind Autos und Räder auf Tuchfühlung. Jedoch die Autofahrer sind respektvoll und die Radler sind selbstverständlich, selbstbewusst und zahlreich, das schafft dieses einmalige Klima fürs Radeln in der Stadt.

Mit der Metro haben wir auch das hochmoderne Kopenhagen in Örestad aufgesucht. Futuristische Architektur für in Zukunft bis zu 25000 Menschen zum Wohnen, Arbeiten und Studieren, da dort auch viele Bildungseinrichtungen liegen werden. Wie Nürnberg hat Kopenhagen übrigens auch eine fahrerlose U-Bahn. Wir fühlten uns also fast wie daheim.

Als wir dann weiter nach Nordseeland fuhren (wieder mit dem Auto und den Rädern hinten drauf) und eine gewisse Hektik auf den Autobahnen rund um Kopenhagen hinter uns gelassen hatten, erlebten wir einen entschleunigten Fahrstil. Es geht langsam zu und defensiv. Sehr angenehm.

Unser wunderschönes Ferienhaus lag mit Meerblick bei Dronningmölle an einer Klippe und hat uns begeistert. Von hier aus haben wir einige Radtouren unternommen.

Nach einer schönen Woche dort, waren wir noch einige Tage in einem B&B namens Boegeholmen, das wir Ihnen vorstellen wollen, weil wir es so besonders fanden.

In Snekkersten bei Helsingör – und auch mit Blick aufs Meer – liegt es. Die Inhaberin hat uns mit einem wunderbaren Frühstück verwöhnt und das ganze Ambiente hatte Charme und Persönlichkeit. Die alte Villa hat schon bessere Tage gesehen, aber wir fanden es so schön mediterran.  (Eine Schlafbrille jedoch kann nicht schaden, denn die Vorhänge lassen viel Licht durch und die Nächte sind kurz im Sommer in Dänemark). Sollten Sie Interesse daran haben, geben wir gern die Mailadresse weiter.

Ganz in der Nähe in Humblebaek liegt das Louisiana Museum, das einfach großartig ist und unbedingt besucht werden muss. Die Lage direkt am Öresund und besonders die Kunstwerke, die im Park stehen und so perfekt darin wirken, sind wirklich einmalig. Auch wenn bei uns das Wetter „wechselnd gut“ war – dänisch eben – bleiben Haus und Park in bester Erinnerung.


Ebenfalls nicht weit ist das Haus von Karen (Tania) Blixen (der Autorin von u.a. Out of Africa/Jenseits von Afrika, Babettes Fest – erinnern Sie sich an die großartigen Filme?) in Rungstedlund. Wir fanden es so atmosphärisch und inspirierend. Auch das sollte man unbedingt besuchen, inclusive Blumengarten und ihr Grab, das auf dem weitläufigen Park-Grundstück zu finden ist. Sehr einladend ist auch das heitere Café im selben Haus, das uns freundlich empfing, als es draußen gerade furchtbar gewitterte und regnete.

(Ein feinfühliges Portrait von  Tania/Karen Blixen können Sie bei den „Great Women“ im Blog von „Le Monde de Kitchi“ von Astrid K. finden. Sehr lesenswert!)

Mir hatten es besonders die Blumensträuße in den gepflegten und stilvollen Räumen angetan. Karen Blixen hatte immer überall frische Blumen, die sie selbst arrangierte. Nun tut dies ganz in ihrem Sinn eine Floristin, die auch den großen Blumengarten betreut.

Natürlich haben wir noch einige wunderbare königliche Schlösser angesehen wie Fredensborg, Frederiksborg und nicht zuletzt Kronborg. Alle haben eine ganz eigene Aura und passen genau in die Landschaft, in der sie stehen.

Seit dem unglücklichen Hamlet hat sich viel geändert und dass „etwas faul ist im Staate Dänemark“, konnten wir nicht feststellen. Dass aber viel für seine Einwohner*innen geboten wird, sehr wohl. Kein Wunder, dass sich die Dänen als die glücklichsten Menschen dieser Erde fühlen. Es ist eben einfach alles so hygge.

(Ein bisschen Dänemark haben wir übrigens immer bei da sempre mit unserem Schmuck von Sence Copenhagen. Feines Design zum guten Preis.)

Waren Sie schon einmal in Dänemark? Wie hat es Ihnen gefallen? Haben Sie einen Tipp für uns oder möchten Sie noch den einen oder anderen Tipp? Dann geben Sie doch einen Kommentar dazu hier ab. Wir würden uns sehr freuen.

Sieglinde Graf und Herbert Gschwandtner

Alle Fotos von Sieglinde Graf

12 Antworten auf „Dänemark – Radeln, Kunst und Meer.“

  1. Das klingt nach einem wunderbaren Urlaub. Ja, Schlösser bauen können die Dänen!

    Du beschreibst Kopenhagen genauso schön, wie ich es von 1990 in Erinnerung habe.

    Ihr fahrt gerne Rad? Dann habe ich einen Tipp für Euch: kleine Fähre von Flensburg rüber auf die dänische Seite der Förde nehmen und losradeln bis Sonderburg. Dann mit dem Rad über die Inseln der Dänischen Südsee fahren und jeweils mit der Fähre zur nächsten hüpfen. Aero mag ich besonders gerne. Und ganz wichtig: jeden Tag ein sahniges Softeis essen! Kann man gut 10 Tage lang machen oder länger.

    1. Hej Ines,
      Danke für den Radl-Tipp! Die Dänische Südsee kenne ich noch von früheren Dänemark-Reisen. Ist wunderschön dort!
      Wir sind jedoch eher „Stern-Radler“, will heißen, dass wir von einem Punkt aus immer neue Routen in alle Richtungen fahren und wieder zurück. Häufige Quartierwechsel sind nicht so unseres.
      Aber sahniges Softeis geht auch so täglich :-).
      Schöne Grüße in den Norden schickt Sieglinde

    1. Hej Astrid,
      dieses Land könnte Dir gefallen. Es ist sehr entspannt und für Urlaub ideal. Das Wetter gemäßigt und Kultur allenthalben…
      Schön, dass Du Tania Blixen portraitiert hast bei Deinen Great Women, so können meine Leser*innen sie noch besser kennenlernen.
      Ein feines Wochenende wünscht Dir Sieglinde

  2. Sehr inspirierend Euer Reisebericht. Da kommt Lust auf, gleich los zu radeln.

    Was Du von Radspuren, —Ampeln und —Brücken schreibst, das ist bei uns leider noch nicht in den Radalltag integriert. Auf unserer kürzlichen Rad und Schiffstour durch Südholland waren wir auch sehr angetan von der Infrastruktur für Radler.

    1. Liebe Margarita,
      ja, Holland ist auch sehr weit in der Infrastruktur für Radler. Und damit in einer zukunftsorientierten Verkehrsplanung.
      Von Holland und Dänemark können wir einiges lernen.
      Deine Schiffstour mit Radtouren finde ich auch sehr schön!
      Herzliche Grüße von Sieglinde

  3. Oh nein ich war noch nie in Dänemark. Jetzt habe ich natürlich richtig Lust bekommen das Land und Kopenhagen zu besuchen 😉
    Liebe Grüße Tina

    1. Liebe Tina,
      sicher fahrt Ihr auch mal dorthin.
      Stell Dir vor, keine Stadt oder Ort in Dänemark ist weiter als 55 km vom Meer entfernt…
      Es gibt unglaublich viel Küste und schöne Städte.
      Aber meistens an der Ostsee, was mir persönlich gut gefällt.
      Also, wenn Ihr mal hin wollt, gebe ich Dir gern noch ein paar Tipps.
      Liebe Grüße und Dir einen schönen Wochenanfang!
      Sieglinde

  4. Nun bin ich endlich dazu gekommen, Deinen Bericht vollständig zu lesen.
    Ja, Dänemark hat was!!
    Als wir dort waren , genauer gesagt, in Kopenhagen, wäre ich am liebsten mitgeradelt.
    Beneidenswert, was im Gegensatz zu hier, für den Radverkehr getan wird.
    Doch nicht nur dort. Auch in Oslo und Stockholm hat man die Zeichen der Zeit erkannt und deutliche Zeichen für eine Verkehrswende gesetzt.
    Da kann man neidisch werden!
    Und überhaupt – die nordischen Länder vermitteln ein wunderbares Lebensgefühl und sind im Sommer von mediterranem Flair geprägt.

    1. Liebe Anne,
      Danke für Deinen schönen Kommentar. Die nordischen Länder sind im Bezug auf, ich nenne es jetzt einfach mal so, „menschliches Maß“ für mich führend. Vorfahrt für den Radverkehr in Großstädten verändert das komplette Stadtklima und das nicht nur in Richtung saubere Luft, sondern auch in der Kommunikation (auf dem Rad ist man ja ganz direkt Verkehrsteilnehmer ohne Blechkasten), der persönlichen Sichtweise (auf dem Rad sieht man mehr und anderes als mit dem Auto), der Geschwindigkeit vorwärts zu kommen(auf dem Rad kann es ganz schön schnell gehen, wenn die Radwege breit genug sind) …. Das alles gepaart mit höflichem Benehmen und schon klappt es mit der Verkehrswende.
      Dass es so mediterran im Norden ist, war für mich neu. Meine letzten Besuche in Dänemark waren vor 25 Jahren, da war das noch nicht so. Aber es ist wunderbar!
      Herzliche Grüße von Sieglinde

  5. Liebe Sieglinde,
    bitte nicht persönlich nehmen, aber ich lese Blogs nur noch ganz sporadisch, mein Job- Leben hat noch mal Fahrt aufgenommen, so dass ich meine Leidenschaften fast alle zurück gefahren habe und dazu gehört auch der intensive Blogkonsum! So ist mir dieses Post leider entgangen, aber du wirst ja meinen Komementar lesen…
    Kopenhagen ist eine meiner liebsten Städte, leider liegt die letzte Reise dahin nun auch schon wieder 8 Jahre zurück. Da hast du dir die feinsten Sachen ausgesucht! Nicht umsonst nennt man das nördliche Gebiet von Kopenhagen, die dänische Riviera! Rungsetdlund – ich war schon 3x da und werde es sicher wieder aufsuchen – Kitsch hin oder her – die Dialoge von Jenseits von Afrika kann ich auswenig und schätze Tania Blixen als Autorin sehr. Ein bisschen was muss ja vom Orchideenstudium übrig gebliben sein 🙂
    Weisst du eigentlich, dass auf ihrer ehemaligen Farm in Kenia Frauen wunderbaren Schmuck aus Keramikperlen – kazuri beads- herstellen? Mein erstes Armband habe ich dort oben in ihrem Haus gekauft, im Winter eine Kette in Stockholm. Leider sind die in D nicht zu finden. Die würden vom Design her wunderbar in deinen Shop passen (ich glaube, ich hab das früher schon mal erwähnt), zumal du damit ein soziales Projekt unterstützen würdest. Und die Blumesträuße, ja, die sind eine Pracht, der Geist von ihr lebt immer noch im Haus 🙂
    Danke für diese schöne Erinenrung.
    Liebe Grüße
    Susanne

    1. Liebe Susanne,
      wie mich Dein Kommentar freut! Ja, es war eine wunderbare Reise und Rungstedlund ist auf jeden Fall mehrmaligen Besuch wert! Die Keramikketten habe ich gesehen und mich dran gefreut. Für da sempre ist es mir ein wenig zu afrikanisch, aber Hornketten habe ich ja auch inzwischen, eigentlich tät es prima passen.
      Seit 25 Jahren war ich nicht mehr in Dänemark und sowieso noch nie auf Seeland. Aber wir planen für nächstes Jahr wieder einen Urlaub dort. Auch mit unseren Enkelinnen. Mal sehen, ob alles so klappt.
      Schön jedenfalls über den Post wieder mal von Dir zu hören und ich lese raus, dass es Dir richtig gut geht! Das freut mich sehr.
      Herzliche Grüße nach Berlin schickt Dir
      Sieglinde

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