Persönliche Urlaubstipps in Corona-Zeiten

Nun haben wir schon einige Erfahrung mit dem Corona-Virus und die Achtsamkeit damit gelernt.  Vor einigen Monaten dachten mein Mann und ich, dieses Jahr würde es keinerlei Urlaubsmöglichkeiten geben. Und doch gibt es sie, gute Urlaubsmöglichkeiten, die uns inspirieren ohne uns oder andere zu gefährden.
Wir möchten Ihnen zwei davon vorstellen, die wir selbst ausprobiert haben.
Kürzlich waren wir am Starnberger See und bald werden wir wieder einmal im September an den Bodensee reisen. Daher können wir genau einschätzen, was uns dort erwartet und wie wir coronagerecht damit umgehen können. Mein Mann und ich sind Risiko-Gruppe und daher natürlich umsichtig.

Unsere persönlichen Voraussetzungen und Tipps sind:
1. Wir fahren nur, wenn die Situation es vor Ort in dem gewünschten Zeitraum auch wirklich zulässt. Das muss man kurzfristig entscheiden nach der aktuellen Daten- und politischen Lage. Eventuelle Verluste finanzieller Art nehmen wir bei einer Absage in Kauf.

2.  Eine Ferienwohnung, die sich nicht in einer großen Ferien-Anlage befindet und die einen ganz eigenen Zugang hat.

3. Unser Auto, mit dem wir hinfahren und dort auch Ausflüge machen können. Wir haben einen Fahrradträger auf der Anhängerkupplung.


4. Unsere Fahrräder, in unserem Falle E-Bikes, mit denen wir uns hauptsächlich fortbewegen, da wir das Auto meist stehen lassen. Fast überall lassen sich jedoch auch Räder mieten.


5. Reiseführer und Rad- und Wanderkarten der betreffenden Gegend 
z.B.:
52 kleine und große Eskapaden am und um den Bodensee vom Dumont Verlag ISBN 978 3 616 11012 7    16,95 € 

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. Lust auf Entdeckungen am Wegesrand und manchmal einen etwas antizyklischen Tagesablauf.

Die Gegenden, die wir bereisen, sind sehr schön und beliebt, daher gibt es dort oft viele Menschen. Aber es gibt auch dort immer Orte oder Zeiten, wo nicht viele unterwegs sind und die dennoch wunderschön sind. Deshalb fahren wir z.B. am Bodensee gern am Schweizer Ufer mit den Rädern. Hier gibt es gut ausgebaute Radwege und wenig Radler.
Bedeutend mehr los ist auf der deutschen Seite z.B. in Meersburg. Wir haben E-Bikes, also können wir auch mittlere Steigungen gut bewältigen und so macht es Spaß auch den touristisch noch nicht so stark besuchten Bodanrück zu erkunden oder auf der Halbinsel Höri  zu den Künstlerhäusern von Hermann Hesse oder Otto Dix zu radeln.  Auch die Insel Reichenau mit den Rädern zu umrunden und auf der Hochwart dann einen traumhaften Blick auf den See und das schweizer Ufer zu haben, ist eine wunderbare Erholung. Am Wochenende hat da auch ein alternatives Café geöffnet. Auf dieser grünen Insel gibt es genügend Möglichkeiten zum Einkehren oder draußen sitzen, so dass man nicht mit den Massen unterwegs sein muss.  Dass sie drei UNESCO Kulturerbestätten mit den beeindruckenden alten Kirchen und Klöstern hat, macht sie zusätzlich spannend.
Wir haben unsere feine Ferienwohnung zentral in Konstanz und dort ist auch ein Regentag gut zu gestalten, denn es gibt interessante Museen und schöne Läden. Alles mit Maske und Abstand, aber das sind wir ja inzwischen gut gewohnt.
 

Ein Picknick mitzunehmen ist auch eine sehr gute Idee und direkt am Seeufer z.B. in der teuren Schweiz haben wir es schon stilvoll und mit bestem Seeblick genossen.
Doch selbst in der Schweiz gibt’s preisgünstige und originelle Speisemöglichkeiten: Das Sunnehüsli in Güttingen z.B.  Ein wunderbarer Ort mit Tieren und Streuobstwiese, sehr freundlichen Kioskbetreibern und regional verwurzelten Inhabern. Etwas ganz Besonderes.
Auch in den schön altmodischen und oft kostenlosen Schwimmbädern, den sog. Badi,  wie z.B. im Badi in Tägerwilen kann man etwas essen und noch dazu im See-Rhein oder im Bodensee baden.  Und sie sind immer weiträumig und mit viel Platz.

Kürzlich waren wir am herrlichen Starnberger See.
Hier haben wir unsere 6 Punkte auch wieder erfüllt:
Wir wohnten in Seeshaupt, das zwar sehr schön, aber nicht der touristische Hotspot am See ist. Unsere Ferienwohnung lag in einem Garten mit eigenem Eingang für uns. Die Räder waren dabei und wir haben vor Ort fast alles mit ihnen unternommen und das Auto weitgehend stehen gelassen. So umgehen wir jeden Stau und finden meist lauschige Wege zu unseren Zielen wie z.b. die Osterseen.
Nur nach Kloster Andechs sind wir mit dem Auto gefahren. Dort waren sehr viele Menschen unterwegs in Richtung des Bierausschanks. Sehr wenige hingegen waren in der wunderschönen Wallfahrts-Kirche. Dass wir dennoch ein Andechser Radler-Bier genossen haben, lag daran, dass es noch einen kleinen Biergarten gab, der nicht überfüllt war. Wir hatten tatsächlich einen Tisch für uns allein.

Das Buchheim Museum in Bernried hat uns in seiner Qualität überrascht. Ein außergewöhnlicher und kühner Bau außen mit großem Park und außergewöhnliche und hochwertige Sammlungen innen.
Im Museumsshop haben wir uns ein bisschen wie daheim gefühlt. Es gab nämlich die edlen Leinen-Schals von McKERNAN, die feinen Seidenschals von Estelle und die bunten Seidenschals von Ahmaddy.  Alles auch bei da sempre unter Seide und Leinen zu finden…

Wenn wir antizyklisch unseren Tagesablauf gestalten heißt dies, dass wir nicht um 12 Uhr zum Mittagessen in ein Garten-Lokal gehen, sondern erst um 14 Uhr oder am Abend zuhause essen und dann noch auf einen Drink gehen gegen 21 Uhr auf einer Terrasse.  Morgens am See sind wir dagegen mit den Rädern schon um 9:00 Uhr und wenn die anderen in Scharen kommen, fahren wir schon wieder heim.  Sonntags meiden wir die sog. Highlights und radeln auf ruhigen, gemütlichen Waldwegen.
Das Ganze unaufgeregt und mit Urlaubslaune. Sie verstehen sicher, was wir meinen. 
Auf diese Art kommen wir überall hin ohne ins Gedränge zu kommen und fühlen uns wohl und sicher und können immer den nötigen Abstand halten.
Gern geben wir Ihnen auch die Adressen der Ferienwohnungen. Sie sind von uns als sehr gut empfunden worden.

Im Januar 2020 – also in der Vor-Corona-Zeit  – hatten wir Ihnen Kundinnen von da sempre vorgestellt, die Ihnen im Urlaub etwas zeigen können. 
https://blog.da-sempre.de/2020/01/24/in-schweden-und-am-bodensee-da-sempre-kundinnen-haben-da-was-fuer-sie/  

Dies war leider nun lange nicht möglich.
Doch Frau Baumann aus Heiligenberg am Bodensee macht inzwischen wieder Führungen. Zwar ist das Schloss dort coronabedingt nicht geöffnet, aber zu den Rundgängen im Ort empfängt  „Sophie“ charmant im historischen Kostüm. Immer montags um 10 Uhr. Bitte  unbedingt anmelden beim Tourismusbüro in Heiligenberg oder bei Frau Baumann per Mail: Siba57@magenta.de

Wir hoffen, Ihnen etwas Lust auf einen Urlaub trotz Corona gemacht zu haben. Etwas Inspiration, Natur, Schönheit und Kunst tun einfach immer gut.

Eine gute und gesunde Zeit wünschen Ihnen

Sieglinde Graf und Herbert Gschwandtner
und das Team von da sempre

Fotos: Sieglinde Graf


6 Antworten auf „Persönliche Urlaubstipps in Corona-Zeiten“

  1. Ich muss ja sagen, ich bin wohl wirklich schräg konditioniert, was Urlauben betrifft.
    Urlaub ist für mich Griechenland. Und da geht es mir auch nicht so sehr um neue Eindrücke, sondern mehr um ein Gefühl, das dort tief in mir drinnen „aktiviert“ wird.
    Ich glaube es ist grenzenlose Freiheit, die ich dort fühle. Noch nirgendwo anders hat es sich jemals eingestellt.
    Sport im Urlaub. Wassersport! Ich käme niemals auf die bescheuerte Idee bei 35 Grad durch karge, bergige Landschaft zu treten. Himmel hilf. Radfahren tu ich daheim, wenn ich zum Bahnhof oder in den Ort will. Oder zum „Sport“. Eine Stunde. Volle Pulle. Die effektivste Trainingsstrecke. Ich wohne ja da, wo andere Urlaub machen. Zwischen München, Starnberger und Tegernsee. Weil da aber so viele „Fremde“ sind, lehne ich meist dankend ab. Vor 25 Jahren war das noch anders. Da war ich viel am Starnberger See zum Baden und so oft es ging in den Bergen beim Skifahren. Aber heute: zu voll. Zu viel Verkehr. Zu teuer. Zu viel Münchner, zu viel Urlauber. Macht mir keinen Spaß mehr.
    BG Sunny

    1. Hallo Sunny,
      so schön ich Griechenland auch finde, für mich persönlich ist Urlaub an vielen Orten möglich.
      Mir wäre es zu eingeschränkt auf nur diese eine Form, die für Dich die wahre Form ist. Aber da ist Griechenland wohl für Dich halt etwas ganz Besonderes.
      Meine persönlichen Strategien beinhalten immer, dass ich mich wohlfühle, wenn es um Urlaub geht. Radeln bei 35 Grad gehört nicht für mich dazu.
      Mir ist es generell wichtig, dass ich Neues kennenlerne, das muss gar nichts exotisches sein. Kann auch eine neue Pflanze sein, die ich nun bestimmen kann oder auch ein interessanter Laden in einem Ort. Das ist im Alltag so und im Urlaub. Über sowas freue ich mich immer.
      Danke für Deinen Kommentar hier und eine gute Zeit für Dich!
      Herzliche Grüße von Sieglinde

  2. Das sind gute Tipps und tolle Fotos. Ja man kann Urlaub machen wenn man umsichtig ist. Der Bodensee im Herbst ist sicher wunderschön.
    Liebe Grüße Tina

    1. Hallo Tina,
      Du warst ja schon mal in Meersburg, wo Dein blauer Hut her ist, gell? Da erinnere ich mit an einen Blogpost bei Dir.
      Dann weißt Du ja, dass der See traumhaft schön ist. Natürlich muss man wissen, was man dort tun möchte, je nachdem wann man hinfährt und wo man viele oder wenige Menschen treffen will.
      Wir können ihn jedenfalls immer total genießen und freuen uns darüber, dass wird dort sein können.
      Danke für Deinen lieben Kommentar und herzliche Grüße von Sieglinde

  3. Hallo Sieglinde, ich kenne den Bodensee und weiß aus eigener Erfahrung, dass man dort sehr wohl einen tollen Urlaub machen kann… war dort als Kind, als 16jährige mit der Freundin und in meinen 30ern mit dem Zelt und dem Fahrrad – es war immer wunderschön. Lindau, Meersburg, Insel Mainau sind natürlich teilweise übervoll, aber die kann man ja auch meiden, wie Du es in deinen Tipps auch schreibst – „antizyklisch“ ist eine gute Idee! Ich reise gerne z.B. nach Südostasien, aber das muss nicht immer sein, man kann sich auch „vor der eigenen Haustür“ erholen 🙂
    Den Starnberger See hab ich quasi vor der Haustür (20 Min. mit dem Auto), dorthin bin ich auch öfter geradelt (geht auch mit der S-Bahn plus Rad usw…) daher kann ich mir aussuchen, wann ich dort bin, im Moment bei schönem Wetter… eher nicht 🙂 Sommerferien!
    Aber mit Ferienwohnung und so, wie Du es beschreibst, geht es auch in diesen Zeiten, selbst, wenn man zur Risikogruppe gehört. In meiner Arbeit mit Kindern (bei seit Mai voll besetzter Gruppe!) hab ich ein weitaus größeres Risiko als im Biergarten… 🙂
    So, und jetzt muss ich mich ein wenig auf Deinem Blog und in Deinem Shop umsehen….!
    Liebe Grüße, Mare

    1. Hallo Maren,
      Danke für Deinen ausführlichen und netten Kommentar hier. Man merkt, dass Du den Bodensee kennst und liebst und den Starnberger See sowieso. Kürzlich hattest Du ja einen schönen Post in Deinem Blog darüber. Und das ist ja auch der Trick, dass man sich ein wenig kundig macht, dann kann man Vieles vermeiden, was unangenehm ist.
      Stell Dir vor, wir sind sogar die ganze Strecke von Nürnberg bis Seeshaupt auf der sehr gut ausgebauten Landstraße gefahren, weil es das erste Ferienwochenende war. Die Autobahn war voll mit Stau, die Landstraße hingegen angenehm leer und mit schöner Landschaft. Wir haben es genossen.
      Deine Arbeit ist echt mit Risiko behaftet wie mir scheint. Du bist bestimmt sehr engagiert in Deinem Beruf und stellst das Risiko hintenan und die Menschen vornehin. Diese Haltung wurde vor kurzem noch mit öffentlichem Applaus bedacht. Aber da ist es leider ruhig geworden. Das ist sehr schade. Der Applaus ist mehr als verdient.
      Bin nun schon gespannt auf Deine Reise nach Regensburg, denn das ist auch eine meiner Lieblingsstädte.
      Herzliche Grüße von Sieglinde

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