Elektro-Auto oder gar kein Auto? Zwei da sempre Kundinnen berichten.

Dieser Post sollte im März 2020 erscheinen. Doch dann kam Corona und nichts ist mehr so wie es war. Auch nicht die Mobilität. Nun bringen wir die Interviews unverändert im Juli 2020 und sie sind aktueller denn je:
Seit längerem kenne ich zwei Bloggerinnen, die auch Kundinnen von da sempre sind. Beide sind engagiert mit ihren Blogs in Sachen Mode, aber auch in Sachen Umwelt. Und bei beiden sind im letzten Jahr gravierende Änderungen bezüglich ihrer Mobilität geschehen. Darüber vor allem möchten sie hier berichten. Astrid hat ihr Auto abgeschafft und Sunny hat zusammen mit ihrem Lebenspartner Rudi sich ein E-Auto, einen Tesla, angeschafft.

Wie lebt es sich nun ohne eigenes Auto?
Astrid K. ist Pensionärin, lebt mit ihrem Mann in Köln und hat ihr Auto abgeschafft. Sie ist nun mit Taxi, Mietwagen oder öffentlich unterwegs.

3 Fragen an Astrid:

https://lemondedekitchi.blogspot.com/

1. Als Bloggerin bist Du seit einigen Jahren aktiv und auch zunehmend (umwelt-) politisch. Wie lange bloggst Du schon und wie hat sich Dein Blog die letzten Jahre verändert?

Ich blogge seit acht Jahren, damals um Austausch mit Nähinteressierten zu bekommen. Inzwischen bin ich „pflegende Familienangehörige“, und mein Bewegungsradius wie mein Zeitbudget haben sich sehr minimiert. Das Bloggen dient auf einmal nicht mehr der Anregung & Inspiration für eigene Aktivitäten, sondern ist Fenster zur Außenwelt, aber auch eine Möglichkeit, mich von meinem Alltag zu erholen.

Mit der Bahn zu Besuch bei Lisl Karlstadt in München und Selfie im Spiegel


2. Räumliche Veränderungen gab es auch einige für Dich. Du bist nicht umgezogen, aber Deine Mobilität hat sich umgestellt auf „ohne eigenes Auto“. Wie hat sich Dein Leben dadurch verändert?

Kein Auto mehr zu haben ist schon ein gewaltiger Einschnitt, der sich sehr auf mein Einkauf- wie Freizeitverhalten auswirkt: kein Gartencenterbesuch mehr, kein spontaner Besuch kleiner, geliebter Orte am Rhein zum Eisessen oder so. Alles muss genauer geplant und ausgekundschaftet werden.
Zwar sind meine ferneren und näheren Familienangehörigen fast alle mit der Bahn und Öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ( bis auf mein altes Heimatdorf ), aber es muss sehr viel mehr Zeit eingeplant werden. So benötige ich die doppelte Zeit, um meine Schwester besuchen zu können. Wir sind auch inzwischen treue Kunden bei Taxiruf Köln. 
Am meisten vermisse ich, nicht mehr weit genug aus der Stadt in die Natur zu kommen, also die Eifel oder das Bergische Land. Kulturell ist in unserer Stadt ja viel geboten, auch in den Nachbarstädten, das man mit Öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen kann.
Mietwagen nehme ich nur im Urlaub. Hier lohnt es sich für einen Tag nicht. Und wenn ich ihn länger nehme, habe ich ein dickes Parkierproblem in meinem Viertel. Das Carsharing, obwohl hier zwei Plätze ganz dicht zu unserem Haus liegen, ist mir zu umständlich. Da finde ich Taxen angenehmer. Die genehmige ich mir auch, um zum Beispiel große Lasten quer durch die Stadt zu transportieren. 

Mit der Bahn in Richtung Süden unterwegs…

3. Welche Bedingungen sollten sich ändern, damit Dein Leben ohne eigenes Auto sich verbessert?

Eigentlich wünschte ich mir inzwischen mehr als noch eine bessere Zeittaktung bei U-Bahn und Bus, dass die anderen Verkehrsteilnehmer mehr Rücksicht auf Fußgänger nehmen bzw. endlich mal Verkehrsregeln einhalten. Dieses wilde Treiben von Rad- und Rollerfahrern – unsere kleine Straße ist die Hauptverbindung zwischen einer autofreien Siedlung und dem Einkaufszentrum – ist für einen Menschen mit Bewegungseinschränkungen und verlängerter Reaktionszeit eine Zumutung und zudem gefährlich.

Hingegen ist die Rücksichtnahme in den Bussen & Bahnen gegenüber Behinderten sehr löblich. Ich glaube inzwischen, dass eine viel grundlegendere, allumfassendere Veränderung im gesellschaftlichen Miteinander notwendig ist, die pfleglichen Umgang mit Ressourcen, Menschen, Umwelt usw. umfasst. Unser bisheriger Lebensstil zeigt doch manche Grenzen auf.

Und nun die andere Seite der Mobilität:
Wie lebt es sich mit einem Elektro-Auto?
Sunny lebt auf dem Land in der Nähe von München und kennt sowohl die Öffentlichen Verkehrsmittel gut, als auch die regelmäßige Benutzung eines Autos. Nun auch eines elektrischen.

3 Fragen an Sunny:
https://www.sunnys-side-of-life.de/

1. Als Bloggerin bist Du seit einigen Jahren aktiv und auch zunehmend (umwelt-) politisch. Wie lange bloggst Du schon und wie hat sich Dein Blog die letzten Jahre verändert?

Liebe Sieglinde, zuerst mal ganz herzlichen Dank von Rudi und mir, dass Du uns zu diesem Thema auf Deinem Blog eine Plattform bietest.

Ich habe im Juni 2011 mit dem Bloggen begonnen. Damals habe ich tatsächlich mehr über Mode und auch Kosmetik geschrieben. Zwischenzeitlich haben sich Umweltthemen zwangsweise wieder mehr in meinen Fokus gerückt. Als Teenager in den 80ern war ich diesbezüglich wesentlich informierter und präsenter, als in den Jahren danach.

2. Du bist berufstätig, bloggst und bist auch sonst vielseitig interessiert und lebst auf dem Land. Wäre ein Leben ohne Auto für Dich machbar?

An drei Tagen die Woche fahre ich öffentlich ins Büro. Ans andere Ende von München. Das kostet mich täglich 2,5 Stunden Lebenszeit – mindestens. Aber mit dem Auto ins Büro zu fahren, ist und war noch nie eine Option für mich. Mein Arbeitgeber stellt uns aus umweltpolitischen Gründen auch keine Parkplätze zur Verfügung.

Aber zu Deiner Frage, ob ein Leben ohne Auto für mich machbar wäre. Sicher. Alles ist machbar. Aber es wäre schon sehr aufwendig und beschwerlich. Ich komme zwar von unserem Bahnhof sehr gut mit der S-Bahn nach München. Aber die Busverbindungen innerhalb des Ortes sind ein echter Witz. Viele – vor allem alte Leute – bilden Fahrgemeinschaften mit uns Jüngeren und man geht gemeinsam einkaufen. Ich fahre morgens mit der Nachbarin zum Bahnhof. Und abends lass ich mich von meinem Sohn, bzw. meine Vater abholen. Dann geht’s in aller Regel noch einkaufen. Ich bin von 7:15 bis ca. 18:30 außer Haus. Wenn ich da ohne Auto einkaufen müsste, wäre das echt mühselig.

Den 12 Jahre alten Benziner, den ich von Rudi geschenkt bekommen habe, nutzen mein Vater, mein Sohn und ich. Für die Strecken, die wir fahren, wäre ein E-Auto ebenfalls die bessere Option. Bis allerdings ein E-Auto in A3 Größe und annehmbarer Reichweite verfügbar ist, fahre ich den Benziner aber weiter. Denn das ist trotzdem nachhaltiger und umweltfreundlicher, als ihn entsorgen zu lassen.

3. Was hat das Elektroauto für neue Qualitäten für Dich ins Leben gebracht und welche Einschränkungen gibt es auch?

Rudi hat das Tesla Model 3 jetzt ein gutes Jahr in Gebrauch. Wir haben in 2019 einige größere Touren nach Karlsruhe, Osnabrück und Duisburg unternommen. Das klappte ganz wunderbar. Das Tesla-Netz entlang der deutschen Autobahnen ist wirklich gut ausgebaut und funktioniert idiotensicher: Anstecken, das Auto wird erkannt, der Ladevorgang startet und abgerechnet wird über die bei Tesla hinterlegte Kreditkarte. Die Ladegeschwindigkeiten erreichen 1000 km „nachgeladener“ Reichweite pro Stunde, was natürlich über der Akkukapazität liegt, so dass man nach 20-30 Minuten zur Weiterfahrt bereit ist. Die Zapfsäulen sind zwar klein und elegant, funktionieren aber im Grunde so, wie die für Verbrenner. Es kommt halt nur kein Benzin aus dem Hahn, sondern Strom aus dem Kabel in die Steckdose. Bisher ungenutzte Zeit wird einfach fürs Laden benutzt, z.B. wenn man seine Einkäufe erledigt, beim Arzt ist oder im Restaurant sitzt. Das Auto parkt nicht einfach nur. Es wird, statt nur rum zustehen, geladen.

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So einfach geht das Laden…

Wir laden größtenteils zu Hause und über Nacht. Mit zertifiziertem Ökostrom. Man muss z.B. keine  zusätzlichen 10 Minuten mehr einplanen, weil man noch zur Tankstelle muss, um zu tanken. Einfach in der Garage abstellen, anstecken, vor der nächsten Fahrt wieder abstecken und losfahren. Ob der Ladevorgang dann in der Nacht drei, fünf oder sieben Stunden dauert, ist völlig unerheblich. Man kann sich sogar den Luxus leisten, langsamer zu laden, um die Batterie zu schonen. Wer diese Lademöglichkeit allerdings zuhause nicht hat, ist im Nachteil, das ist klar.

Wir waren aber auch schon in Niederbayern unterwegs, und da kann es dann durchaus vorkommen, dass die Ladesäulen (meist von anderen Anbietern)  zugeparkt werden oder nicht funktionieren. Oder nicht auffindbar sind. Hatten wir auch schon. Das ist dann schon schräg. Es ist Nacht. Es schneit. Du hast noch 100 km nach Hause und willst nicht auf „der letzten Rille“ in die Garage rutschen, oder einfach auch nur genügend Power in der Batterie haben, um die Kiste laufen zu lassen und heim zu kommen.

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Stauraum im Tesla

Elektrisch zu fahren ist komplett anders. Ein E-Auto entschleunigt. Elektrisch zu fahren brachte uns das Gefühl für Umweltbedingungen, Streckenparameter und Verbrauch zurück. Rudi sagt, er hat wieder ein feineres Gespür dafür entwickelt, wie diese Bedingungen und seine Fahrweise sich auf den Verbrauch – und damit auf die Reichweite – auswirken.

Teslas unter sich..

Trotzdem gibt es keinerlei Einschränkung beim Fahrspaß, der Rudi wichtig war und ist. Die mögliche Beschleunigung, die auch schon mal als „brachial“ bezeichnet wurde, ist beim Überholen und in anderen Situationen wichtig. Und sonst läuft man einfach mit. Das Tempo wird viel mehr mit dem Fahrpedal („Spaßpedal“) bestimmt, und es wird weit weniger mechanisch gebremst, weil bei Rücknahme des Pedals die Bewegungsenergie einfach in die Batterie zurückgespeist wird, zumindest teilweise, anstatt übers Bremsen in Wärmeenergie umgewandelt und damit verschwendet zu werden. Ein Elektroauto ist ein Wolf im Schafspelz, und es macht genauso viel Spaß das Schaf zu streicheln, wie den Wolf rauszulassen.

Wir halten das für den technisch und finanziell überlegenen Antrieb, und es ist schade, dass die deutsche Autolobby in den letzten Jahren mit ihren Verzögerungs- und Verschleierungs-Kampagnen so erfolgreich war. Letztlich haben sie jedoch sich und ihren Beschäftigten keinen Gefallen damit getan, und das rächt sich jetzt. Rudi sagt, die deutschen Hersteller sind zum Opfer ihrer eigenen erfolgreichen Lobbyarbeit geworden. 2020 wird ein entscheidendes Jahr, für die E-Mobilität an sich und auch ganz besonders für alle Hersteller, weltweit.

Es gibt für uns keinen Weg zurück. Wer mal elektrisch gefahren ist, ist „für die Verbrennerwelt auf ewig verloren“.

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Sunny und der Tesla

Unsere beiden Kundinnen leben in Gegenden, wo der öffentliche Nahverkehr recht gut ausgebaut ist, aber noch viel verbessert werden kann. 

Sie leben bereits mobile Modelle, die für viele noch Zukunftsmodelle sind:
Wenn schon Auto, dann entweder geteilt und/oder e-mobil.

Vielleicht fanden Sie den Einblick und die Erfahrungen der beiden ebenso spannend wie ich. 
Ganz herzlichen Dank an Astrid und Sunny und Rudi für Eure offenen Antworten.

Mein Mann und ich fahren kaum noch Auto. Wir sind täglich mit dem Fahrrad unterwegs, auch im Winter. Aber wir haben noch einen über 10 Jahre alten herkömmlichen Benziner, doch unser nächster soll elektrisch werden.

Unsere Autowerkstatt ist bereits gerüstet. Der Besitzer fährt selbst ein Elektro-Auto und hat uns geraten noch ein bis zwei Jahre mit dem Kauf zu warten, da die Zukunft des E-Autos nun erst richtig begonnen habe. Aber seine Werkstatt kann alles reparieren, was es am E-Auto zu tun gäbe. Das ist doch schon mal eine gute Aussage und so werden wir auch bald in die e-mobile Zukunft starten.

Und wie denken Sie darüber?

Über einen Kommentar hier auf dem Blog würde ich mich zusammen mit Astrid K. und Sunny und Rudi freuen.

Wie schon zu Anfang geschrieben sollte dieser Blogpost bereits im März 2020 hier bei da sempre gepostet werden. Wir haben ihn bis heute verschoben, denn die Corona-Krise mit Lockdown hat unsere Welt sehr verändert. Sicher wird dies auch auf unser mobiles Verhalten in Zukunft Auswirkung haben. Die Luft jedenfalls war sehr viel besser, als die Autos nicht fahren durften in dieser Zeit und Home-Office nicht nur möglich wurde, sondern sogar angeordnet wurde.
Der Blick auf Auto, Fahrrad und Bahn ist geschärft worden und es werden neue Konzepte politisch gefordert und gefördert.

Wie auch immer Sie unterwegs sind derzeit, wir wünschen Ihnen, dass Sie gesund bleiben und immer gut ankommen.

Herzliche Grüße senden Ihnen
Sieglinde Graf und das Team von da sempre

Dieser Beitrag setzt unsere Reihe fort, in der wir besondere Kundinnen von da sempre vorstellen.
Im Januar 2020 haben wir damit begonnen mit:

In Schweden und am Bodensee – da sempre Kundinnen haben da was für Sie

Und im April 2020 damit fortgesetzt:
https://blog.da-sempre.de/2020/04/18/farbberatung-online-kleiderschrankberatung-telefonisch-wo-gibts-denn-sowas/

In loser Reihenfolge werden wir immer wieder einmal Kund*innen von da sempre vorstellen, die etwas Besonderes zu bieten haben. Bleiben Sie gespannt!

Fotos: Privat Sunny und Astrid K.

15 Antworten auf „Elektro-Auto oder gar kein Auto? Zwei da sempre Kundinnen berichten.“

  1. Für mich spannend, etwas über Elektro-Autos zu erfahren ( auch wenn ich sicher kein Auto in meinem Leben mehr kaufen werden )! Auch, dass das machbar ist. Es ist ja auch nicht so, dass mir das Autofahren nicht viel Spaß gemacht hat. Aber es ist einfach auch zu voll, zu schnell auf unseren Straßen, dem ist man – wenn man sich kritisch selbst betrachtet – ab einem bestimmten Alter nicht mehr gewachsen.
    Danke, dass ich mitmachen durfte!
    GLG
    Astrid

    1. Liebe Astrid,
      Danke für den Kommentar und für’s Mitmachen!
      Ich fand beide Seiten spannend. Ja, es ist viel Verkehr und vor allem ist er zu schnell.
      Wir brauchen meinen Erfahrungen nach eine Geschwindigkeitsbegrenzung – so wie es sie in ganz Europa schon längst gibt. Dann regelt sich manches wieder besser und es wird auch der älter werdenden Gesellschaft viel mehr gerecht.
      Ein schönes Wochenende wünscht Dir Sieglinde

      1. Der E-Bike-Verkehr ist auch zu schnell. Der passt vom Tempo in Hamburg überhaupt nicht in den Verkehr zwischen normalen Radfahrern und Fußgängern. Das Tempo hat keiner auf dem Schirm, der nicht auf dem Rad sitzt. Und über E-Roller brauchen wir gar nicht erst zu reden …

        1. Generell muss es mehr Rücksichtnahme geben, das glaube ich. Mit E- und ohne E- bei Bike, Roller und Autos. Man muss sich mehr wahrnehmen. Gilt übrigens auch für Fußgänger, die mir täglich einfach so über die Straße vors Rad laufen ohne zu schauen (man hört ja nichts…) und sich dann wundern, wenn ich vor Schreck rufe oder klingle.
          Sollte sich der Radverkehr, der in den Monaten des Lockdowns so stark zugenommen hat, manifestieren, müssen eh mehr Radwege her. Popup-Radwege werden bei uns derzeit auch getestet.
          In Kopenhagen sind wir letztes Jahr viel mit dem Rad gefahren. Dort gehts auch munter und schnell zu und man muss schon richtig aufpassen. Jedoch fühlen sich die Radler mit den Autos total gleich gestellt und verhalten sich auch so. Autofahrer achten da sehr auf die Radler in der City. Insgesamt gibt es aber viel mehr richtig gute Radstraßen und der Verkehr ist dann getrennt.
          LG Sieglinde

          1. Gestern habe ich, wartend am Fußgängerweg, so einem Beinahe-Zusammenstoß zwischen E-Bike und E-Roller beigewohnt, der grade mal gut ging. Der Radler hätte eigentlich bremsen müssen ( Ampel stellte sich um ), der E-Rollerfahrer nach links gucken. Stattdessen ist er aus der Tempo15-Zone einfach auf den Radweg gefahren. Rücksichtnahme ist, was uns fehlt. Und Fußgänger haben hier bei uns die A-Karte. Ich komme ja manchmal gar nicht aus meinem Haus raus, weil das knapp über einem Meter breite Trottoir auch als Fahrradrennstrecke benutzt wird (obwohl die Fahrbahn entgegen der Einbahnrichtung für Radler freigegeben ist ). Ich kann schon verstehen, dass mein Mann sich nicht mehr raus traut…
            GLG

          2. Ja, Astrid, leider gibts viele rücksichtlose Radler und sonstige Verkehrsteilnehmer. Für Fußgänger ob alt oder ganz jung wie eben auch Kinder, ist das echt gefährlich so wie Du es schilderst. Bei uns am Haus führt ein Radweg vorbei, der aber abschnittsweise auch für Fußgänger zugleich ist. Eine ganz üble Mischung für beide Seiten.
            GLG Sieglinde

  2. Wenn man in der Stadt wohnt und nicht regelmäßig schwere Dinge zu befördern hat, kann man gut ohne eigenes Auto auskommen. In Hamburg ist die Car-Sharing-Dichte gut und ab und an ein Taxi zu nehmen, ist billiger als ein eigenes Auto. Blöd wird es am Stadtrand und wenn man eben gerne Ausflüge in die Umgebung macht. Ich hatte Jahre mit und ohne Auto und möchte es nicht missen. Geschäftlich brauche ich es, weil ich Unmengen Gepäck auf dem Weg zum Kunden habe, privat möchte ich es haben. Ein Elektroauto kommt für mich nicht in Frage. Es gibt bei der Garage aktuell keine Stromanschlussmöglichkeit (Gemeinschaftseigentum mit x Nachbarn) und es gibt keine Ladeplätze im Stadtteil am Stadtrand. Und die Sache mit den Rohstoffen in der Batterien finde ich auch nicht zu Ende gedacht – aber das läuft unter „irgendwas ist immer“. Mein Kompromiss ist, ein sehr kleines Auto mit geringem Benzinverbrauch zu fahren. Ich fahre max. 12.000 km pro Jahr und es verbraucht nur 5 Liter auf 100 km.

    1. Das ist auch eine gute Lösung, liebe Ines. Ein Auto mit geringem Spritverbrauch.
      Es werden sicher noch einige Neuheiten beim Verkehr auftauchen, die wir vielleicht uns noch gar nicht vorstellen können. Bei uns in der Stadt nimmt Car-Sharing gerade einen neuen Anlauf, nachdem es jahrelang wenig angenommen wurde. Die Stadträder haben auch schon den dritten Anlauf, aber dieses Mal scheint der Durchbruch zu gelingen. Es tut sich auf jeden Fall einiges.
      Danke für Deine ausführlichen Kommentare zu diesem komplexen Thema.
      Ein schönes Wochenende wünscht Dir Sieglinde

    2. Liebe Ines,
      zum Thema Rohstoffe und Batterien möchte ich Dir diesen Beitrag ans Herz legen. Leider ist die Berichterstattung in den gängigen „Nachrichtensendern“ alles andere als objektiv und faktenorientiert.
      https://www.youtube.com/watch?v=_IzR5xMlwpk
      Ich gucke die wöchentlichen NextMove Videos sehr gern, weil sie absolut neutral gehalten sind und sich nicht nur auf einen EAuto-Hersteller oder ein Thema fokussiert sind. Sehr kompakt und fokussiert.
      BG Sunny

      1. Hallo Sunny,
        nochmals herzlichen Dank für den Einblick in die E-Auto-Welt und Deinen Kommentar hier.
        Ich fand’s spannend!
        Viele Grüße von Sieglinde und dem Team von da sempre

  3. Das ist ein schöner Post und beide Mobilitätsweisen haben ihr für und wider. Über kurz oder lang wird bei uns sicher auch ein kleines E-Auto für mich einziehen. Aber wir warten noch. Unsere alten Autos fahren noch und wir sehen zur Zeit nicht die Not sie zu ersetzen. Mal sehen wie sich die E Mobilität noch weiterentwickelt.
    Ich wünsche allen ein schönes Wochenende, liebe Grüße Tina

    1. Hallo Tina,
      Danke für Deinen schönen Kommentar hier.
      Ich erinnere mich, dass Ihr auch mal eine Probefahrt mit einem E-Auto gemacht habt, das hast Du doch mal geschrieben, gell? Ein bisschen Gefühl dafür hast Du also schon.
      Das möchte ich auch mal machen in nächster Zeit.
      Dir auch ein schönes Wochenende!
      Liebe Grüße von Sieglinde

    2. Das ist unbedingt die beste und vor allem nachhaltigste Lösung. Ein funktionierendes Auto sollte man nutzen, bis es nicht mehr zu reparieren ist.
      Ich sehe das auch für mich als sinnvoll an. Denn ich fahre zu 99,9% Kurzstrecken unter 5 km mit dem Auto. Hin und wieder mal 20 km.
      Wenn Euch das interessiert, stelle ich auf meinem Blog mal ein paar Videos zusammen, die ab der offiziellen Meinungsmache mathematisch/physikalisch fundiert und vor allem ALLE Parameter mit einbeziehend, wichtige Informationen liefern.
      Die deutschen Autobauer „Blechfalter“ machen schöne Autos. Aber die Technologie ist „alt“. Und basiert auf Software, wie ein PC, nicht auf Mechanik. Es werden sehr, sehr viele Menschen im Automobilbereich in den nächsten Jahren ihre Arbeit verlieren, auch wenn das heute noch keiner hören will. Die deutschen Autobauer haben geschlafen, was die Energieversorgung ihrer Fahrzeuge betrifft. Und sie werden das nicht wieder aufholen können. Sie werden immense Strafen zahlen müssen, weil sie die Richtwerte der Emissionen nicht einhalten können. Die Welt ist voll mit anderen Anbietern, die für kleines Geld bald schon einen neuen Begriff von Mobilität prägen werden.
      In München werden die Straßen schmäler gemacht und die Radler bekommen mehr und mehr die „Vorfahrt“. Es wird ein Mobiliätsreferat gegründet, das auf Rad- und öffentlichen Verkehr setzt. Das Parken von „normalen“ Autos ist unglaublich teuer und fast nirgendwo mehr möglich. Ich könnte hier noch ewig schreiben. Aber das fossil betriebene Auto ist ein Fossil vergangener Tage.
      BG Sunny

  4. Liebe Sieglinde, herzlichen Dank von Rudi und mir, dass wir hier Teil Deines Blogs werden durften und ein bisschen über das EAuto-Fahren berichten konnten. Gerade im bereich der EMobilität hat sich in den letzten Monaten schon wieder so viel neues ergeben.
    Wer fragen hat, kann sie hier jederzeit gerne stellen. Wir sind einfach begeistert und werden nicht von der EAutobranche gesponsored. Das hat die auch gar nicht nötig. Gerade Rudi ist hier immer auf dem aktuellsten Stand und hat einen entsprechenden Fundus an fundierten Informationen im Petto. Die offizielle Berichterstattung, auch in den öffentlich-rechtlichen Medien, ist leider alles andere als objektiv. Ich würde sagen, sie ist manipulativ und teilweise auch falsch.
    Vielleicht in gewissen Teilen sogar verständlich, denn das Auto ist der Deutschen liebstes Kind und sehr, sehr viele Menschen leben von der deutschen Autoindustrie. Man möchte da sicher keine Unruhe stiften, obwohl es vermutlich sinnvoll wäre sich hier um einen anderen Job umzusehen.
    BG Sunny

    1. Danke Sunny für Deinen engagierten Beitrag.
      Im neuen Spiegel ist auch gerade ein interessanter Artikel über die Entwicklung im deutschen Automobilbau besonders bezüglich E-Autos. Da ist sehr Vieles im Umbruch und steht leider nicht alles zum Besten.
      Dir und Rudi nochmals herzlichen Dank für Euer Engagement und Knowhow.
      Viele Grüße von Sieglinde

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