Kunst und Kultur als Seelenstärker: Wir gehen ins Museum!

Die Zeiten sind unruhig und nicht aufbauend. Da muss man sich schon selbst etwas suchen, was einem Freude macht und die Lebenslust erhält.
Bei meinem Mann und mir geht das mit Kunst und Kultur. Das ist für uns ein gutes Gegenmittel gegen Unkultur und gewaltvolle Unkultiviertheit wie wir sie derzeit in vielen Ländern – Westen wie Osten – erleben.
Wir gehen ins Museum!

Aber heute nicht in irgendein Museum, sondern in die Kunstvilla hier in Nürnberg.
Sie wurde von einem jüdischen Hopfenhändler erbaut und ist eine schöne alte Villa, die auch einen Garten hatte. Davon ist inzwischen leider nicht mehr viel zu sehen. Doch innen in der Villa ist Kunst von fränkischen Künstlerinnen und Künstlern ausgestellt.


Das war natürlich nicht immer so. Es war das Wohnhaus der Familie Hopf und später Bürositz der jüdischen Familie Grünfeld und wurde von den Nazis 1934 zwangsenteignet.
Diese Unrechtsmaßnahme geschah zu Zeiten der höchsten Unkultur hier in unserer Stadt.

Nach dem Krieg wurde die Villa viele Jahre anders genutzt, dann hat sie die Stadt Nürnberg erworben und umgewandelt.
Von einem Opfer der Unkultur ist sie zu einem Hort der Kultur geworden:
Die Kunstvilla, das städtische Museum für fränkische Kunst und Malerei.

Wir waren in der Sonderausstellung von Oskar Koller zum 100. Geburtstag und es gab frühe Werke zu besichtigen. Denn richtig bekannt und beliebt wurde Oskar Koller für seine späteren Aquarelle, besonders von Blumen und Landschaften. Die malte oder besser gesagt, tupfte er genial aufs Papier mit ein paar gekonnten Strichen. Seine Bildsprache dabei ist unverwechselbar.
Seine frühen Werke haben uns überrascht und auch gezeigt, in wie vielen Ländern er sich Inspirationen geholt hat.
Auf dem Foto unten ist er (mit weißer Cap) inmitten von Menschen in Asien und malt auf der Straße.

Es ist doch bemerkenswert und irgendwie tröstlich, dass unrechte Geschehnisse auch eine Art Heilung erfahren können, indem kulturelle oder künstlerische Einflüsse dagegen gesetzt werden.
Wie hier von der unrechtmäßig enteigneten Villa hin zur Heimat für Kunst und Kultur.

Das ist vielleicht in unseren Zeiten nötiger denn je. Wir finden, Kunst und Kultur haben eine große Kraft. So können ein Besuch im Museum und der Umgang mit Kunst dazu beitragen die Gesellschaft und auch uns persönlich zu stärken. Wir gehen auch gern mit Freunden zusammen ins Museum. Man kann sich vor Ort und hinterher darüber austauschen und hat noch eine andere Vertiefung des Erlebten. Auch ein Kaffeehaus-Besuch anschließend trägt bei uns zum Wohlbefinden bei.

Viel Freude und Seelenstärkung bei Ihrem nächsten Besuch im Museum oder umgeben von Kunst wünschen Ihnen herzlich,
Ihre
Sieglinde Graf und Herbert Gschwandtner

Kunst für zuhause und den Alltag finden Sie hier (Werbung):

Fränkisch sind diese Künstlerinnen und Künstler nicht, die wir bei da sempre im Onlineshop haben, aber sie können auch die künstlerische Kraft in uns beleben und uns inspirieren.
Sie finden sie in der Rubrik: Wohnen & Leben und in unserer Papeterie.
Da sie schön und nützlich sind, kann man sich täglich daran erfreuen.

Wir zeigen hier eine kleine Auswahl:
Brillenetui, Notizblock und Kuli von Henri Matisse
Taschenspiegel, Sticker und Fächer von Frida Kahlo
Taschenspiegel, Einkaufstasche und Kosmetiktäschchen von Maria Sybilla Merian,

womit wir wieder in Nürnberg wären, denn sie hat tatsächlich hier längere Zeit gelebt und gemalt.

Brillenetui, Notizblock und Kuli von Henri Matisse

Taschenspiegel, Sticker und Fächer von Frida Kahlo

Taschenspiegel, Einkaufstasche und Kosmetiktäschchen von Maria Sybilla Merian,

Fotos: Herbert Gschwandtner, Sieglinde Graf, Museum Webshop

20 Antworten auf „Kunst und Kultur als Seelenstärker: Wir gehen ins Museum!“

  1. Kunst und Kultur sind wichtig und können wirklich schöne Erlebnisinseln im Alltag bilden. Um mich herum ist es so, dass sowas nur besucht wird, wenn ich es vorschlage und organisiere. Ist ein bisschen schräg.

    Schön, euch auch mal wieder auf den Bildern zu sehen. Du siehst in dem Moment glücklich aus.

    Herzliche Grüße
    Ines

  2. Liebe Sieglinde, du hast recht, in diesen unruhigen Zeiten bewusst ins Museum zu gehen, ist kein Luxus – das ist Selbstfürsorge.
    Die Geschichte der Kunstvilla Nürnberg berührt mich sehr – aus so viel Unrecht ist ein Ort für Kunst geworden. Das hat wirklich etwas Tröstliches. Und dann noch Oskar Koller! Ich kenne natürlich seine unverwechselbaren, getupften Blumen-Aquarelle – aber gerade die frühen Werke und seine Reisen machen ihn noch einmal ganz anders greifbar.
    Du hast wieder so recht: JA, Kunst stärkt. Sie weitet den Blick, bringt uns ins Gespräch – mit uns selbst und miteinander. Und ja, ein anschließender Cafébesuch gehört einfach dazu. Kultur wirkt – aber mit Kaffee wirkt sie noch ein bisschen besser.
    Gruß & Kuss,
    Claudia

    1. Wie schön, dass Du Oskar Koller kennst mit seinen Blumen. Er ist einer der großen fränkischen Künstler, die zu Recht in dieser schönen Villa zu Ehren kommen. Wir freuen uns immer darüber, das diese KünstlerInnen hier in dieser Villa eine Art Heimat gefunden haben.
      Ein bewusster Besuch im Museum ist Selbstfürsorge, genau! So empfinden wir es auch.
      Morgen gehen wir mit Freunden ins Germanische Nationalmuseum und vorher Mittagessen. Da freue ich mich schon die ganze Woche drauf!
      Herzlich,
      Sieglinde

        1. Kleine Änderung seit heute: Wir haben die Pläne dahingehend geändert, dass wir nicht ins Germanische gehen, sondern ins Neue Museum, da dort die Ausstellung von Martin Parr am Wochenende endet. Die wollen wir unbedingt noch sehen. Also erst Mittagessen, dann Neues Museum. Berichten werde ich bei Gelegenheit auf jeden Fall! Schön, dass es Dich so interessiert! <3
          Herzlich,
          Sieglinde

  3. Liebe Sieglinde, ich finde es schön, dass ihr euch solche Kunst Auszeiten aussucht. Sehr inspirierend.
    Liebe Grüße aus der Ferne, Tina

    1. Solche Auszeiten sind für uns echt nötig und sie gehen ja auch zwischendurch recht einfach.
      Ein wunderbarer Urlaub – so wie bei Euch nun – ist natürlich noch feiner.
      Liebe Grüße in die Ferne,
      Sieglinde

  4. Wie schön, dass die Villa künstlerisch noch zu Ehren kommt. Diese Zwangsenteignungen waren schon heftig. Und gerade in solchen unruhigen Zeiten brauchen wir ein bisschen Ausgleich.

    Liebe Grüße
    Sabine

  5. Danke für die Fotos, so kommen wir auch in den Genuss der Ausstellung.
    Die Villa ist sehr schön mit ihren dunklen Holzelementen. Das Treppengeländer ist so kunstvoll gemacht, insgesamt eine fabelhafte Location um Kunst auszustellen.
    Die Enteignungen sind auch so ein furchtbares Kapitel. Bis jetzt mußte die Stadt Wien wenigstens an die 6.000 Kunstgegenstände wieder zurückgeben. Zumindest ein Anfang und ein laufender Prozess.

    Liebe Grüße

    1. Ja, da ist noch viel Unrecht nicht wieder gut gemacht. Aber zumindest wird es gesehen und versucht.
      Die Villa ist wirklich sehr schön. Es gibt ein ganz kleines Zimmer, das Zwergenzimmer, weil da tatsächlich ganz niedliche Zwerge an die Wand gemalt sind. Ganz hübsch, fast unterm Dach…
      Am Treppengeländer geht eine Metall-Leiste mit hoch, in der in Braille-Schrift Informationen für Blinde zum Haus geschrieben sind.
      Auch für Kinder immer höchst interessant… sowas sieht und fühlt man nicht so oft.
      Schön, dass Du mit in der Ausstellung warst.
      Herzlich
      Sieglinde

  6. Liebe Sieglinde, du hast sowas von recht – und das sage ich als Kunstbanausin. Ich hab mich damals auch nur gegen Corona impfen lassen, weil ich auf keinen Fall in einen Sack mit gewissen Leuten gesteckt werden wollte. Und da differenziertes Denken mittlerweile nicht mehr als hip gilt, muss ich wohl demnächst ein paar kulturelle Veranstaltungen besuchen – aus reinem Protest gegen die rechte Unkultur! :-DDD
    Die Geschichte der Villa ist sehr berührend. Es ist so zum Fürchten, zu spüren, an welchen Ecken das alles jetzt wieder mehr oder weniger subtil losgeht… unglaublich, wie schnell ein menschliches Gehirn manipuliert werden kann, so dass sogar die braun-blaue Unkultur wieder salonfähig wird – für machtbesessene Diktatoren könnt’s derzeit nicht besser laufen.
    Aber konzentrieren wir uns lieber auf die schönen Blumenaquarelle von Oskar Koller! Schon faszinierend, wie er scheinbar lässig ein paar Tupfer aufs Blatt schludert und was dabei rauskommt! :-)))
    Herzliche Grüße Maren

    1. Das ist ja spannend, dass Du mehr kulturelle Veranstaltungen aus diesem Grund besuchen willst! Aber sei versichert, liebe Maren, sie lohnen sich. Freie Kunst toppt alles! Jedenfalls solange sie noch frei ist… Ich wünsche Dir viel Vergnügen!
      Die Blumen-Aquarelle von Oskar Koller sind so leicht und doch so kunstvoll. Da liegt die „Freude am Malen“ und ein ganzes Malerleben drin. Er hat ja im Knoblauchsland gewohnt die letzten Jahre und da wachsen die Blumen vor der Haustür.
      Heute schneit es bei uns nochmals, aber bald kommt der Frühling und dann freuen wir uns auch wieder an den Blumen in der Natur.
      Herzlich
      Sieglinde

  7. Liebe Sieglinde und Herbert,
    danke für deinen Beitrag zu Kunst und Kultur. Du legst mir ja förmlich Nürnberg zu Füßen.
    Soll heissen: auf nach Nürnberg, vorher geht es aber nach Basel. Auch interessant in Sachen Kunst und Kultur. Eine Auszeit ist immer sinnvoll, ab März geht es hier am See wieder in die Vollen mit Konzerten, auf die ich mich sehr freue. Musik ist auch Balsam, zumindest für meine Seele. Anfang April startet dann endlich die Bodenseeschifffahrt. Auf ein stimmiges Frühjahr und einen sonnigen Sommer! Herzlichst Sibylle

    1. Liebe Sibylle,
      Basel ist kunstmäßig auf jeden Fall höchst interessant. Leider war ich noch nie da…
      Da wünsche ich Dir viel Vergnügen und Kunstgenuss. Natürlich auch mit Musik. Konzerte lieben wir auch. Ebenso die Oper und Ballett.
      Zum Glück haben wir hier in Nürnberg alles in sehr guter Qualität.
      Aber natürlich fehlt hier der See!!! Darum beneide ich Dich. Ob wir heuer mal wieder hinkommen, ist höchst ungewiss.
      Umso mehr freut es mich für Dich, dass bald die Saison wieder beginnt und Du auch oft auf der Mainau sein wirst.
      Herzlichst,
      Sieglinde

  8. Oskar Koller, der Franke und Meister-Aquarellist, war auch sehr präsent während meines Kunststudiums und hat mich mit seiner Farbigkeit und eben DER Technik sehr angesprochen. Dass das bodenlose Unrecht nun doch noch durch wertschätzenden Umgang abgemildert worden ist und einen Hort für Kunst & Kultur in Freiheit bietet, gefällt mir. ( Aber unsere Vorstellungen davon werden ja immer wieder von blaunen Meinungsmachern in Frage gestellt, da muss man/ frau schon auf der Hut sein. ) Die Beschäftigung damit ist tatsächlich lebensbereichernd. Aber wem sag ich das.
    GLG
    Astrid

    1. Dass Du Oskar Koller sehr wertschätzt, freut mich sehr, liebe Astrid.
      Seine frühen Werke kannte ich tatsächlich so nicht. Ich war beeindruckt davon und von seinem Leben.
      Ja, die Kunstvilla und ihre neuere Geschichte ist mir immer ein kleiner Trost. Wir gehen sehr gern dort hin, auch in die Räume der fränkischen Künstlerinnen und Künstler der festen Ausstellung. Die Sonderausstellungen sind aber auch immer großartig.
      Lebensbereichernd finden wir das, genau!
      Herzlichst,
      Sieglinde

  9. Ich schließe mich Ines an: Ich finde, du siehst glücklich UND frisch aus. Ich mag das Fischgrätparkett so gerne leiden. Überhaupt, es ist schon irre, wie kunstvoll früher gestaltet wurde.
    Diese Unkultur beschäftigt mich immer und immer wieder sehr. Ich finde es sehr ansprechend, wie dieser Ort jetzt genutzt wird und ich freue mich, dass ihr den Künstler so detailliert vorstellt.

    Und eure Sachen sind sowieso so schön.

    Liebe Grüße
    Nicole

    1. Wir finden es auch so schön, dass die fränkische Kunst nun in diesem schön-kunstvoll gestalteten Haus zu sehen ist. Das ist ein kleiner Trost.
      Fischgrätparkett ist auch wirklich schön!
      Das freut mich, dass ich glücklich aussehe, denn das war ich dort auch!
      Herzlich,
      Sieglinde

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert