Porree.
Das Knoblauchsland als grüne Vorratskammer für die Stadt und Ihre Sterneköche habe ich hier im Oktober 2025 vorgestellt. Da gab es Herrensitze zu sehen, Pferdekutschen und Gemüseanbau kilometerweit.

Nun möchte ich weitere Facetten dieses kleinen Landstrichs nördlich von Nürnberg aufzeigen.
Porree, also Lauch, stellvertretend für das Knob-Lauchs-Land hatten wir demnach schon, doch was hat es mit der Poesie auf sich?
Poesie.
Tatsächlich gibt es einen Ort, an dem sie gelebt und geliebt wurde und weiterhin wird.
Es ist im Dorf Kraftshof der Irrhain, ein grünes Labyrinth des Pegnesischen Blumenordens.
Stellen Sie sich vor, im Jahr 1644 trifft sich eine Gruppe von gelehrten Männern in Barockkleidung im Freien an der Pegnitz, um Gedichte zu rezitieren, sich darüber auszutauschen und Sprache wissenschaftlich und leidenschaftlich zu „feiern und zu leben“.
Als der Ort an der Pegnitz ihnen zukünftig verwehrt wurde, zogen sie um ca. 3 km vor die Stadt nach Kraftshof und legten den Irrhain als ihren Versammlungsort an.




Im Irrhain haben sich die Dichter und Sprachliebhaber ab 1676 getroffen. Als grünes Labyrinth wurde er angelegt und sollte ein „sprechender Garten“ sein, ein „Abbild der Verworrenheit der Welt und der Irrläufe im Lebensgang“.
Das klingt doch sehr aktuell, finde ich. Vielleicht sollten wir alle auch einen neuen Irrhain haben?
Der Irrhain als Labyrinth ist nur noch in Resten erhalten, den Verein zur Pflege der Sprache Pegnesischer Blumenorden aber gibt es seitdem ununterbrochen bis heute. Seit 2026 ist er immaterielles Weltkulturerbe in Bayern.
Im Inneren des kleinen Wäldchens sind Stelen von Dichtern aufgestellt und es wird dort ihrer gedacht.
Auch das Motto des Irrhains ist dort zu finden: Irret nicht!

Es findet jährlich im Juli ein Fest im Irrhain statt und der Pegnesische Blumenorden vergibt im Mai einen Preis der „Goldene Blumentopf“ an AutorInnen aus seinem Wettbewerb.
Hier können Sie ein aktuelles Video des BR sehen mit diesjährigen Preisverleihung. Dieses Jahr ging er an eine Frau, der einstige Männerbund ist also auch für Frauen offen.






Ein Besuch im Irrhain ist immer etwas besonderes für uns. Wir finden diesen Ort wunderschön und freuen uns jedes Mal, wenn wir dort sind und auch noch auf andere Menschen in diesem Hain treffen.
Er ist nicht vergessen und seine Macher auch nicht.
Piloten.
Tatsächlich finden wir sie auch ganz nah am östlichen Rand des Knoblauchslandes im Nürnberger Flughafen Albrecht Dürer. Für uns ist das ganz normal, dass wir den Fliegern so nah sind. Es gibt sogar einen kleinen Aussichtsberg, den unsere Kinder immer sehr gemocht haben, mit bestem Blick auf den Flughafen.
Für Fluggäste liegt der Flughafen ebenfalls ideal. Mit der U-Bahn ist man in direkter Linie in einer Viertelstunde am Hauptbahnhof und in der City.
Außer Business- und Ferienfliegern gibt es noch die Home-Base einer großen Flugfirma, die Rettungsflüge mit Arztbegleitung für ganz Europa macht. Und ihre Flugzeuge auch für VIP-Flüge vermietet im Sinne von rent-a-jet. Damit sind schon einige VIPs geflogen worden.





Wo ein Flughafen ist, sind auch die sog. Spotter nicht weit… Ich finde es interessant, wie erwachsene Männer mit ihren Autos am Rande des Flughafens stehen und geduldig warten, um mit großen Kameras Flugzeuge zu fotografieren und sich dann in internationalen Foren darüber auszutauschen.
Vielleicht eine Art moderner Variante von „meditativen“ Treffen wie damals im Irrhain?
Aber es gibt noch etwas sehr Originelles am südlichen Ende des Flughafens, wo der kleine Bucher Landgraben fließt. Immer im Spätsommer sind dort Wasserbüffel auf der Weide und grasen die Grünflächen und Schilfflächen ab. Sie sind ökologisch ganz hervorragend und machen ihre „Arbeit“ gern und sehr gut als tierische Landschaftspfleger und ersetzen perfekt jede Mähmaschine.

Direkt neben dem großen Parkhaus am Flughafen grasen die Wasserbüffel nun für einige Wochen.
Eine ländliche Idylle im High-Tech-Betrieb.
Nun verabschieden wir uns für dieses Mal vom Knoblauchsland.
Von der Pferdekutsche bis zum Hightech-Flieger ist alles dabei, wie Sie auf dem Foto sehen.

Ich hoffe, Ihnen gefällt es ebenso wie uns in dieser exzentrischen Mischung. Es ist bei uns quasi direkt vor der Haustür und mit dem Fahrrad sind wir in 15 Minuten dort. Tatsächliche Nah-Erholung!


Haben Sie auch so ein Naherholungsgebiet „vor der Haustür“? Erzählen Sie doch mal…
Herzliche Grüße senden Ihnen
Sieglinde Graf und Herbert Gschwandtner
Hier finden Sie nochmals den 1. Teil meiner Beschreibung über das Knoblauchsland
Fotos: Sieglinde Graf

WOW, was für ein schöner Ausflug – und was für ein spannender Mix, liebe Sieglinde! Dass das Knoblauchsland so viel mehr zu bieten hat als „nur“ Gemüse, hätte ich wirklich nicht gedacht. Der Irrhain hat mich besonders fasziniert. Die Idee eines „sprechenden Gartens“ und das Motto „Irret nicht!“ wirken heute fast aktueller denn je, nicht wahr?
Und die Wasserbüffel direkt am Flughafen sind ja das i-Tüpfelchen: Natur und Hightech so harmonisch nebeneinander erlebt man wirklich nicht alle Tage.
Danke, dass du uns wieder an einen so besonderen Ort mitgenommen hast. Ganz lieben Dank fürs Mitnehmen!
Gruß & Kuss,
Claudia
Wie schön, dass Du gern mit ins Knoblauchsland und besonders in den Irrhain mitgegangen bist, liebe Claudia. Ja, das ist ein besonderer Ort.
Das spürt man bis heute…
Und die Wasserbüffel sind echt klasse!
Danke für Deinen schönen Kommentar und liebe Grüße,
Sieglinde
Das erinnert mich etwas an die „Fruchtbringende Gesellschaft“ im Weimar des 17. Jahrhunderts. Wahrscheinlich war das die Inspiration für die Nürnberger, die auch etwas für Sprache & Literatur tun wollten. Bemerkenswert, dass der Orden immer noch aktiv ist. Und der Flugplatz ist nach dem großen Sohn der Stadt benannt? Das wusste ich nicht.
Eure Ausflüge bilden!
Gute Nacht!
Astrid
Dass unsere Ausflüge bilden, finde ich ja wunderbar, liebe Astrid.
Ja, ich finde es auch erstaunlich, dass es den Orden immer noch gibt und er die Wandlung bis in die Jetztzeit überstanden hat. Der Irrhain als Ort hat dazu sicher beigetragen.
Albrecht Dürer ist bei uns immer noch allgegenwärtig und das gefällt mir sehr.
Herzlichst,
Sieglinde
Guten Morgen Sieglinde, also ich war ja schon vom Irrhain ganz angetan, aber die Wasserbüffel haben mich jetzt quasi fast vom Sessel gehauen und dann kommt noch das Foto mit Flugzeug und den Kutschen!!! Ist die Welt nicht schön?! Herzlichen Dank für diese tollen Ausblicke.
Ich lebe quasi fast im Naherholungsgebiet Käfertaler Wald. Mein Irrhain ist drüben bei Luci im Garten, würde ich sagen. Uns geht es wirklich gut.
Ich wünsche ein wunderschönes Wochenende, liebe Grüße Tina
Das ist ja schön, liebe Tina, dass Du gleich am Morgen so interessante Ausblicke für Dich hattest.
Die Wasserbüffel sind tatsächlich großartig.
Und, dass Dein Irrhain bei Luci im Garten ist, auch. Eine so schöne Vorstellung!
Herzlich,
Sieglinde
Die Wasserbüffel machen einen tollen Job! Spotter werde ich nie verstehen … Schöne Bilder habt ihr für uns gemacht.
Auf dem Flughafen war ich auch schon als Zwischenstation auf dem Weg in den Süden.
Ich lebe direkt an einem Naherholunsgebiet Fischbeker Heide Die Bäume seiner Grenze sehe ich vom meinem Essplatz aus. Das Alte Land ist als Obstanbaugebiet um die Ecke.
Deutschland hat unfassbar viele schöne Ecken und ich bekomme immer innere Anfälle, wenn jemand die eigene Gegend nicht kennt, aber um die halbe Welt gereist ist. Nur für mehr Sonne dabei … die kommt heute hier zurück.
Ein schönes Wochenende wünscht euch
Ines
Da hast Du so recht, liebe Ines. Es gibt so viel schöne Ecken in Deutschland und viele Leute kennen ihre nächste Umgebung nicht, reisen aber sonstwohin…
Dabei denke ich, nur wer sich für seine Heimat oder seinen Ort interessiert, liebt ihn auch wirklich und pflegt ihn auch.
Wir machen ja schon seit einiger Zeit einen Kurs beim Bildungszentrum hier über Stadtentwicklung. Leider sind die Inhalte kompliziert und ich bringe sie nicht wirklich im Blog unter. Aber ich arbeite daran…
Euere Fischbeker Heide ist ja auch ein Juwel. Du hast sie öfters schon im Blog gezeigt. Und das Alte Land ist auch was Besonderes, ich habe einige Kundinnen da, was mich sehr freut.
Die Sonne kommt auch zu uns wieder heiß. Umso schöner, wenn man ein Naherholungsgebiet hat, wo man frühmorgens oder spätabends noch hingehen kann zum Luftholen.
Herzlich,
Sieglinde
Das Knoblauchsland ist ein paradiesisches Fleckchen Erde. Gut das ihr nicht allzu weit habt und es öfter besuchen könnt.
Und wie hübsch der Irrhain ist. Sehr romantisch und schön gelegen. Auch grasende Wasserbüffel habe ich noch nie gesehen. Richtig toll!
Wünsche euch ein wundervolles Wochenende, liebe Grüße
Ja, wir sind auch sehr glücklich darüber, dass wir das Knoblauchsland und den Reichswald vor der Haustür haben und nicht ins Auto steigen müssen zur Naherholung. Wobei wir auch noch 2 Parks ganz in der Nähe haben. Die sind wirklich vor der Haustür und auch gut zu Fuß erreichbar.
Der Irrhain ist wirklich so schön!! Und die Wasserbüffel sind so außergewöhnlich und so effektiv.
Ein wunderschönes Wochenende wünsch ich Dir auch, liebe Andrea!
Herzliche Grüße
Sieglinde
Dieser Ort strahlt was magisches aus…kein Wunder das es euch immer wieder dahin zieht. LG Romy
Tatsächlich hat er etwas magisches… Dir würde er gefallen.
Alles Gute für Dich, liebe Romy!
Sieglinde
Die Wasserbüffel sind ja das Tüpfelchen auf dem I, sozusagen. Völlig unerwartet. Aber auch sonst bietet euer feiner Ausflug genügend „Stilbrüche“, wirklich sehr schön und interessant. Der Irrgarten und das Motto sind wahrhaftig aktueller denn je, und überhaupt eine passende Metapher fürs ganze Leben… wobei sich irren ja nicht das Problem ist, denn das gehört dazu wie sich im Irrgarten zu verlaufen. So lange man wieder zurückfindet…!
Dass der Nürnberger Hauptbahnhof tatsächlich in 15 Minuten mit der Innenstadt verbunden ist, wär ja ein Traum für die Münchner… „In 10 Minuten am Hauptbahnhof…äh, äh“… da hat sich doch schon mal wer gründlich geirrt ;-))))
Danke für den feinen Ausflug ins Nürnberger Knoblauchland…!
Herzliche Grüße Maren
Irren ist menschlich, genau! Und wie Du schon schreibst, kein Problem, solange man wieder zurückfindet. Und das möglichst mit einem Zuwachs an Erkenntnis… Politikern wäre das oft doch besonders zu wünschen :-).
Ich freu mich, dass Dir unser Ausflug ins Knoblauchsland mit all seinen Stilbrüchen gut gefallen hat.
Am Sonntag wäre das Irrhainfest. Vielleicht schaffe ich es mal dorthin… dann werde ich berichten.
Eine gute neue Woche wünsche ich Dir und den frohen Ausblick auf das weitere Herannahen der Ferien!
Herzlich
Sieglinde
Die Gegend ist einfach schön liebe Sieglinde. Besonders beeindruckt mich der Irrhain mit dem Spruch „Irret nicht!“ Der ist heute aktueller dennje.
Liebe Grüße
Sabine
Wie wahr, liebe Sabine. Wir erleben viel Irrtum ringsum und da wäre dieser Aufruf besonders wichtig.
Freut mich, dass Dir die Gegend im Knoblauchsland gefällt.
Herzlich,
Sieglinde